Hausnotruf

Hausnotruf – was ändert sich bei der Umstellung?

Bei vielen Senioren gehören Armbanduhr oder Halskette als Notrufsender zum Alltag. Hilfsbedürftige Menschen können aufgrund des direkten Drahts zu Notrufleitstellen selbst bei einem Unfall um Hilfe rufen und brauchen keine Angst haben, dass sie in ihrer eigenen Wohnung niemand finden wird. Dies soll auch nach der Umstellung so bleiben – mit der richtigen Ausstattung ist das auch kein Problem.

Die meisten Hausnotruf-Systeme wurden bisher über das analoge Telefonnetz mit den Notrufzentralen verbunden. Nach der Migration werden die Notrufe dann über VoIP gesendet. Daher sollten sich alle Nutzer beim Betreiber (z.B. Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser) des Hausnotrufs erkundigen, ob das bisherige System IP-fähig ist. Alle modernen Hausnotrufanlagen können jedoch grundsätzlich an einem IP-Anschluss betrieben werden. Aber Prüfen und Testen kann Leben retten! Falls ein neues Gerät benötigt wird, hält sich auch der Installationsaufwand in Grenzen. Das vorkonfigurierte System muss einfach am entsprechenden Port am Router und an der Steckdose angeschlossen werden.

Kurz zur Funktionsweise: Der Notrufsender ist mit einer Taste als Auslöser, der für den Gesprächsverbindungsaufbau zuständig ist, versehen. Dieser Sender spricht über Funk mit der Basisstation, die am Telefonanschluss angeschlossen ist. Beim Auslösen des Alarms nimmt die Basisstation sofort Kontakt mit der Notrufzentrale auf. An dieser Funktionsweise wird sich auch nach der Migration nichts Grundlegendes ändern. Einziger Unterschied: Ein Stromausfall konnte der bisherigen Technik nichts anhaben, da beim analogen Festnetz selbst bei Stromausfall Telefonie möglich war. Dies funktioniert im IP-Netz nicht mehr. Alle angeschlossenen Geräte brauchen eine eigene Spannungsversorgung. Die Deutsche Telekom sichert aber 97 Prozent Verfügbarkeit der IP-Anschlüsse zu.

Im IP-Netz sichert im Notfall auch der Akku die Betriebsbereitschaft von Router und Hausnotruf. Dafür muss eine entsprechende USV angeschlossen werden. Viele Hausnotruf-Geräte sind auch in der heutigen Zeit akkugepuffert, damit alles stets reibungslos funktioniert. Akkugepuffert bedeutet, dass die Geräte mindestens 24 Stunden ohne Strom funktionieren müssen. Es gibt aber auch Geräte mit einem GSM-Fallback am Markt. Das Hausnotruf-Gerät baut mit Hilfe eines integrierten Mobilfunks auch eine Verbindung auf, wenn das Festnetz mal nicht geht. Der Not-Akku sorgt auch hier bei Stromausfall für die Versorgung.

Wichtig zu beachten: Für die reibungslose Funktion ist nicht der Provider zuständig. Der Kunde schließt einen eigenständigen Vertrag mit dem Dienstleister. Der Provider vermittelt nur die Anrufe zwischen den Beiden.

Ein kleiner positiver Kostenfaktor ist vielleicht auch noch erwähnenswert: Die meisten Anschlüsse sind heutzutage mit einer Internet-Flatrate ausgestattet, so entstehen beim Absetzen von Hausnotrufen keine zusätzliche Kosten. Des Weiteren sind mehr als 99 Prozent der Hausnotruf-Systeme Mietgeräte, nicht IP-fähige Geräte werden dann kostenfrei durch den Dienstanbieter ausgetauscht.