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Was muss bei der Umstellung von ISDN auf All-IP beachtet werden?

Die Umstellung von ISDN auf All-IP rückt näher? Doch du hast keine Ahnung auf was du alles achten musst? Kein Problem, ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht!

Die wichtigsten Punkte rund um die Migration von ISDN auf All-IP im Überblick 

Die Bandbreite der Internetverbindung muss auf den Prüfstand gestellt werden. Neben der obligatorischen Internetnutzung und dem hohen E-Mail-Verkehr muss die zur Verfügung stehende Download- und Upload-Performance für die Anzahl der parallel möglichen Telefongespräche in Betracht gezogen werden.
Eine Beispielrechnung: Bei einem 16.000 (A)DSL-Anschluss beträgt der Download bis zu 16.000 Kbit/s, der Upload jedoch nur bis zu 1.000 Kbit/s. Die Anzahl der gleichzeitig möglichen Gespräche richtet sich nach dem kleinsten Wert, hier die 1.000 Kbit/s. Mit dem Codec G.711 (100 Kbit/s) sind so maximal 10 parallele Gespräche möglich. Hierbei bitte beachten, auch das Versenden von E-Mails benötigt Bandbreite und minimiert die Anzahl der gleichzeitig möglichen Gespräche.

Neben ausreichender Bandbreite wird auch ein zum Internetanschluss kompatibler All-IP-Router benötigt, den der Provider in der Regel gleich mit anbietet. Sollte man sich aus funktionalen oder technischen Gründen für einen alternativen Hersteller entscheiden, so ist zuvor zu prüfen, ob dieser für den Provider bzw. die Anschlusstechnologie (z. B. ADSL, SDSL oder EuroDOCSIS) zertifiziert ist. Je nach Provider muss der Router in der Lage sein, eine zweite für den Kunden „unsichtbare“ PPPoE-Verbindung aufzubauen, die dann ausschließlich für die Telefonie verwendet wird. In Verbindung mit den Netzkomponenten des Providers stellt der Router somit die Priorisierung des Sprachdienstes über IP sicher.

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Szenarien unterscheiden, wie VoIP über das lokale Netzwerk (LAN) transportiert werden soll. Je nach Datenaufkommen im LAN können sich Computer und IP-Telefone ein Netzwerk teilen. Ist mit größerem Datenaufkommen zu rechnen, dann ist der Aufbau mehrerer logischer Netzwerke mittels virtueller LANs (VLAN) vorzuziehen. Um VLANs nutzen zu können, müssen VLAN-fähige Netzwerkswitche verwendet werden, die die Aufteilung der Daten- und Telefondienste in getrennte logische Netzwerke (VLANs) ermöglichen.
Weiterhin ist die Stromversorgung der IP-Telefone zu berücksichtigen. Ideal ist die Speisung der IP-Telefone über das Netzwerkkabel (Power over Ethernet, PoE). Das bietet gleich mehrere Vorteile:

  • Nur ein Anschlusskabel zum Telefone auf dem Schreibtisch.
  • Geringerer Stromverbrauch im Vergleich zu separaten Netzteilen pro Telefon.
  • Bei einer Notstromversorgung müssen nur die PoE-Switche und nicht jedes Telefon einzeln berücksichtigt werden.

Bei einer reinen VoIP-Infrastruktur müssen weiterhin Telekommunikationsgeräte wie z. B. Fax oder Meldeeinrichtungen Berücksichtigung finden. Die werden in der Regel über traditionelle Analog- oder ISDN-Ports betrieben. Hierfür muss man entsprechende Gateways (VoIP auf analog) einplanen. 

Wichtig: Einbruch- und Brandmeldezentralen (EMZ/BMZ) können nicht ohne Weiteres von einem traditionellen Anschluss auf All-IP adaptiert werden. Kaum ein All-IP-Anbieter gewährleistet den Betrieb solcher Systeme über ihr All-IP-Netz. Hier müssen die EMZ/BMZ auf digitale Signalisierung oder GSM umgerüstet werden.

Auch wenn die Telefonie künftig über die IP-Datennetze abgewickelt wird, so besteht doch der Anspruch, dass dieser Dienst eine höhere Verfügbarkeit haben soll, als wir es u. U. vom normalen IP-Datennetz gewohnt sind. Daher bietet sich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung an. Damit die Investition solch einer Lösung sich aber in einem „normalen“ Rahmen bewegt, muss dies schon beim Planen der Netzwerkinfrastruktur berücksichtigt werden. Speist man die IP-Telefone zentral über Netzwerkswitchen mittels PoE, so muss man nur die Kernkomponenten IP-Telefonanlage und PoE-Switche mit einer Notstromversorgung ausstatten, um bei einem Stromausfall den Telefoniedienst aufrecht erhalten zu können.

Routerfreiheit

Was ist bei der freien Routerwahl wichtig?

Seit dem 1. August 2016 können wir selbst entscheiden, welchen Router wir nutzen wollen! Routerzwang Adé! Der Anbieter ist jetzt verpflichtet, die Zugangsdaten zur Verfügung zu stellen und damit steht der Verwendung von providerfremden Geräten nichts mehr im Weg. 

Routerfreiheit – die Vorteile

Durch die Routerfreiheit ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, vor allem für Kunden aus dem geschäftlichen Bereich: 

  • keine vorgeschriebenen Gateways mehr
  • freie Zugangsdaten
  • keine Gerätemietkosten
  • keine Neuinstallation beim Providerwechsel
  • keine neue Netzwerkkonfiguration
  • in der Regel kostenlose Funktionserweiterungen und Sicherheitsupdates vom Routerhersteller

Hinsichtlich Sicherheit und individueller Konfiguration können wir von der Routerfreiheit nur profitieren. Jedoch Obacht bei der Wahl des Routers. Die zahlreichen Geräte am Markt unterscheiden sich hinsichtlich Leistung, Funktionsumfang und Sicherheit. Überlegt Euch genau, welche Merkmale für Euch wichtig sind. Sobald Ihr Euch für einen Router entschieden habt, braucht Ihr nur noch die Zugangsdaten von Eurem Provider. Wenn Ihr bereits seit Jahren Kunde bei einem Anbieter seit, müsst Ihr die Zugangsdaten anfragen. Seit dem 1. August 2016 sind Provider dazu verpflichtet, die Zugangsdaten auf Anfrage herauszugeben. Bei neuen Verträgen müssen die Daten unaufgefordert und kostenfrei in Textform mitgesendet werden. Router vorhanden, Zugangsdaten vorhanden? – Dann kannst du mit der Einrichtung starten. Wenn du jetzt wie ich eine Auerswald Anlage hast, dann geht die Einrichtung fix. Auerswald bietet über 50 Provider-Templates, also Anbieterkonfigurationen als fertige Profile an. 

jammern hilft nicht

Jammern hilft nicht – All-IP wird kommen

Ich kann es nicht mehr hören! Alle jammern und beschweren sich über die Abschaltung von ISDN. Das Jammern wird nur leider nichts an der Situation ändern, entweder man stellt gleich um oder der Vertrag wird durch die Telekom gekündigt – letzten Endes wird eh alles über IP laufen, es ist nur noch eine Frage der Zeit. 

Sicher kann man darüber streiten, ob ISDN besser als IP ist, jedoch hat man keine Wahl. Je früher ihr euch professionell mit der „neuen“ Technologie auseinandersetzt, je eher seit ihr als Profi dabei und könnt andere bei der Umstellung beraten und unterstützen. 
Keiner kann erwarten, dass eine rund 30 Jahre alte Technik – für die es immer weniger Ersatzteile gibt – erhalten bleibt. Ich persönlich habe bereits umgestellt und konnte keinen Unterschied der Sprachqualität feststellen. Mit der HD-Telefonie ist sie sogar noch besser! 

Wie sagt man so schön: „Kutschen waren damals auch zuverlässiger als Autos.“ 
Also hört auf zu jammern und beschäftigt euch mit IP! Ihr werdet überrascht sein, welche Vorteile es mit sich bringt. 

ip umstellung

Was muss ich über die Umstellung wissen?

Die All-IP-Umstellung ist das Thema der heutigen Zeit. Auch Heise online beschäftigt sich intensiv mit dem Thema und hat sich dazu einen Experten zum Gespräch eingeladen. Es wird über Altgeräten, Sonderlösungen und technische Hintergründe gesprochen, aber auch was grundsätzlich bei der Umstellung beachtet werden muss. Als Einführung in das Thema können wir das Video nur empfehlen: 

All-IP

Umstellung auf All-IP – Denkmuster aufbrechen

[Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich um einen Gastbeitrag von E&W.]

Mit der Umstellung auf All-IP-Netzwerke werden auch die Regeln für die Festnetzkommunikation neu geschrieben. Sven Robert Selander, Inhaber von Selander Kommunikationstechnik und Auerswald Premium Partner, sieht diese Veränderung allerdings als Chance für den Handel. Doch müsse man den Kunden die Vorteile der All-IP-Welt auch entsprechend schmackhaft machen. 

Der Zug fährt in Richtung All-IP, und er nimmt Fahrt auf. Das zwingt alle Marktteilnehmer zum Umdenken, davon ist Selander überzeugt. „Der Umstieg in der Telekommunikation All-IP bricht althergebrachte Denkmuster auf. Die klassische Telefonie war klar durch die vorhandenen Ressourcen, die Anzahl der Anschlüsse und die Verkabelung festgelegt. Und genau das wird jetzt aufgelöst. Mit AII-IP wird alles flexibler, man kann z.B. einfach zusätzliche Ressourcen freischalten. Man benötigt nur einen entsprechenden Breitbandanschluss, der Rest ist in erster Linie Software“, so Selander. „Das ist natürlich eine große Umstellung. Wer z.B. als Elektriker in der Vergangenheit nebenher auch Nebenstellenanlagen verkauft hat, hat jetzt eine gewisse Herausforderung, weil man nun bei den Anlagen mehr programmieren muss. Das ist mit Systemen wie von Auerswald nicht so schwierig, aber man muss sich mit der Materie beschäftigen, und man muss ständig dran bleiben. Andererseits hat man damit im Handel auch neue Möglichkeiten, die man dem Kunden anbieten kann.“

Technologie im Haus

Ein Weg, der bei Selander Kommunikation schon erfolgreich beschritten wird. Das Unternehmen aus Brunn am Gebirge hat sich auf Bürokommunikation spezialisiert und ist in Sachen All-IP-Kommunikation sein eigener Showcase. So nutzen die Niederösterreicher die Möglichkeiten von All-IP, wie die Verknüpfung verteilter Standorte in einem Virtual Private Network. Der Trend zu All-IP bedeutet für Selander aber auch, dass der Markt für Fixline-Kommunikation bestehen bleibt. „Das beweisen uns unsere Kunden täglich. Wenn ein Betrieb ein paar Mitarbeiter hat, benötigt er in der Regel auch eine Nebenstellenanlage“, so der Niederösterreicher. „Viele Kunden bevorzugen dabei auch das eigene System im Haus gegenüber einer virtuellen Nebenstellenanlage, weil sie damit die Technik in der Hand haben und vertraglich nicht an einen Anbieter gebunden sind.

Mit der Umstellung auf All-IP verändern sich nach der Erfahrung von Selander allerdings auch die Verdienstmöglichkeiten. Denn nicht nur die Anlagen werden flexibler, die Kunden erwarten sich auch mehr Flexibilität vom Handel. „Die Kunden wollen weiterhin professionelle Dienstleistungen. Die dürfen auch etwas kosten. Aber die teuren Wartungsverträge sind ein Ding der Vergangenheit. Deswegen muss der Handel in der Dienstleistung sein Geld verdienen. Dazu muss man allerdings auch das notwendige Know-how haben“, erklärt Selander.

Umstellung

Dabei sei die Österreichische Situation für den Handel noch etwas entspannter als in Deutschland. Dort zwingt die Deutsche Telekom bekanntlich ihre Kunden mit der angekündigten ISDN-Abschaltung im Jahr 2018 zur Umstellung und wirft damit Für Unternehmen, Handel und Endkunden viele drängende Fragen auf. Doch Selander geht davon aus, dass All-IP mittelfristig ISDN auch in Österreich überflügeln wird. Und damit stehen auch die österreichischen Kunden vor der Wahl, wie sie in Zukunft ihre Telekommunikationsbedürfnisse abdecken wollen. Klar ist, dass irgendwann die bestehenden Telefon-Systeme abgelöst werden müssen und der Einsatz von Convertern auf die Dauer nicht sinnvoll ist. In dieser Situation biete sich der Umstieg auf ein All-IP-System als zukunftssichere Lösung geradezu an – vorausgesetzt, die Anlage ist entsprechend zertifiziert.

Hausaufgaben

Auerswald sei nach Einschätzung von Selander aber nicht nur in dieser Hinsicht eine sichere Bank: „Hier hat Auerswald schon vor Jahren seine Hausaufgaben erledigt. Alle bestehenden Anlagen sind deswegen bereits für All-IP-Umgebungen ausgelegt und bei vielen Betreibern zertifiziert. Das ist z.B. für Bestandskunden ein großer Vorteil, weil diese dann leicht auf All-IP umschalten können, und das, ohne zusätzliche Hardware für die Anlage zu benötigen.“

Aber Auerswald sorge nicht nur bei Bestandskunden für eine problemlose Kundenbeziehung. Auch im Geschäft mit Neukunden sei diese Beständigkeit wichtig: „Die Beständigkeit ist aber auch ein wichtiges Argument, wenn es um einen neuen Abschluss geht. Denn die Kinderkrankheiten sind schon ausgemerzt und die Kunden wissen, dass sie mit einer Auerswald Anlage auch für die Zukunft gerüstet sind.“

Nicht ausgeschöpft

Egal für welches System man sich als Händler aber letztlich entscheide, ein Problem bleibt nach Ansicht von Selander bestehen: Das Potenzial, das All-IP gegenüber bisherigen Telekom-Lösungen bietet, wird nicht ausgeschöpft. Vielmehr bleibt All-IP gegenüber dem Endkunden viel zu oft ein leeres Schlagwort. „Noch werden die Vorteile von All-IP-Lösungen in der Telekommunikation nicht dem Endkunden verkauft. Dabei sind die Vorteile von All-IP-Anlagen nicht von der Hand zu weisen – beginnend bei der zentralen Verwaltung der Ressourcen über die Verknüpfung mehrerer Standorte bis hin zur größeren Flexibilität der Anlagen oder den geringeren Kosten, weil es nur eine Infrastruktur gibt“, so der Telekom-Spezialist.

Ein besonders wichtiges Argument sei seiner Ansicht nach die Flexibilität, die sich mit All-IP-Lösungen wie von selbst ergeben. Denn mit dem entsprechenden Breitbandanschluss als Basis könnte man zusätzliche VOIP-Kanäle nach Bedarf freischalten. Damit könne das System auch mit dem Unternehmen dynamisch mitwachsen, was z.B. für ein Start-up oder KMU eine sehr attraktive Option sei. Diese Argumente seien umso wichtiger, als noch immer viele Kunden gegenüber IT-basierten Systemen äußerst misstrauisch sind. „Sie fürchten, dass ihr Unternehmen durch ein Update oder Serverproblem nicht mehr erreichbar ist“, so Selander. „Dabei ist ISDN für viele Unternehmen heute zu unflexibel. Da braucht es oft einen höheren Aufwand und mehr Leitungen, um dieselbe Leistung zu erzielen.“

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Fachhandel

Wie ITK-Fachhändler ihren Kunden einen optimalen Umstieg ermöglichen

Die Ankündigung der Deutschen Telekom, bis spätestens 2018 alle ISDN- und Analoganschlüsse abzuschalten, hat massive Bewegung in den ITK-Markt gebracht. Durch das absehbare Ende der klassischen Telefonie sind private wie geschäftliche Anwender auf breiter Front gezwungen, bestehende Anlagen und Endgeräte auszutauschen und in IP-fähiges Telefonie-Equipment zu investieren.

Für ITK-Fachhändler birgt dieses Szenario exzellente Geschäftsaussichten, aber auch eine große Herausforderung. Denn die Kunden auf dem Weg ins All-IP-Zeitalter zu begleiten, ist keine einfache Aufgabe – zu groß ist längst die Auswahl an IP-fähigem Equipment, als dass die bedarfsgerechte ITK-Lösung stets sogleich auf der Hand läge. Umso wichtiger ist es deshalb, sich grundsätzliche Gedanken über die Modalitäten einer Migration auf VoIP zu machen. Im Mittelpunkt muss dabei stets die Zielsetzung stehen, das finanzielle Risiko des Kunden zu minimieren: Zum einen sollte die Umstellung auf All-IP ohne geschäftsschädigende Einbußen bei der Erreichbarkeit von statten gehen. Zum anderen sollte die installierte Lösung zukunftstauglich sein, also auf Jahre hinaus Planungssicherheit garantieren. Die zentralen Stichworte lauten somit reibungslose Migration sowie Investitionsschutz. Wie aber lässt sich beides optimal umsetzen?

Migration: Hybridsysteme bieten beste Voraussetzungen

Bei der Konzeption businesstauglicher Telefonielösungen mit mehreren Teilnehmer-Anschlüssen fiel der erste Blick bisher stets auf die Telefonanlage. Daran ändert sich auch im All-IP-Zeitalter nichts. Verglichen mit der Ära von Analog und ISDN stehen jedoch mehr Möglichkeiten zur Auswahl: Neben einer klassisch-hardwarebasierten Lösung, einem ITK-System also, ist auch eine virtuelle Anlage auf Softwarebasis (Soft PBX) denkbar. Die softwarebasierte Anlage kann wahlweise auf einem eigenen Server installiert oder durch einen Provider bereitgestellt werden (Hosted PBX). Die hardwarebasierte Anlage wiederum kann in zweifacher Weise ausgeführt sein: Entweder als Hybridanlage, die neben VoIP auch noch ISDN- und Analogtelefonie unterstützt, oder als reines, nichthybrides ITK-System für exklusiven All-IP-Einsatz.

Jede der genannten Varianten hat bisher ihre Fürsprecher gefunden, die mit Abstand höchste Nachfrage ist indessen bei hybriden Anlagen zu verzeichnen. Das ist nur wenig überraschend, hat dieser Lösungsansatz doch einen entscheidenden Vorteil: Während softwarebasierte Anlagen und reine ITK-Systeme zum sofortigen Umstieg in die All-IP-Sphäre zwingen und im Störungsfall keinen Rückweg zur ISDN- oder Analogtelefonie offenlassen, sind Hybridanlagen gleichsam Brücken zwischen den Welten: Nutzer können zunächst bei einer der klassischen Anschlussarten verbleiben und die IP-Migration dann zum gewünschten Zeitpunkt vollziehen. Treten Störungen auf, steht jederzeit die vertraute ISDN- oder Analog-Telefonie als Backup zur Verfügung. Auf diese Weise können beispielsweise Business-Anwender mit VoIP experimentieren, ohne geschäftliche Prozesse durch Erreichbarkeitsdefizite zu gefährden. Ist die VoIP-Lösung schließlich stabil konfiguriert, kann die dauerhafte Umstellung erfolgen.

Und auch ein technisches Veralten der Lösung steht nicht zu befürchten: Auch nach der Abschaltung von ISDN und Analog sind Hybridsysteme uneingeschränkt konkurrenzfähig und können auf Jahre hinaus als zuverlässige VoIP-Telefonanlagen betrieben werden.

IP-Endgeräte müssen als System- wie als Standard-SIP-Telefon nutzbar sein

Ist die passende Anlagen-Lösung gefunden, stellt sich in einem zweiten Schritt die Frage nach der Wahl der richtigen IP-Endgeräte. Anders als bei den Telefonanlagen können sich Fachhändler hier nicht an einem wohlbegründeten Trend orientieren. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Wahl der Endgeräte eng mit der Wahl der Anlage zusammenhängt. In der Mehrzahl aller Fälle wird beides vom identischen Anbieter bezogen. Gleichwohl gibt es auch hier Kriterien, anhand derer sich eine zukunftssichere Lösung erkennen lässt. Dazu gehört beispielsweise, dass der Hersteller regelmäßige kostenlose  Software-Updates inklusive neuer Funktionalitäten anbietet und so dem vorschnellen Veralten der Endgeräte vorbeugt. Unverzichtbar ist auch, dass die Endgeräte für eine Verschlüsselung von Verbindungs- und Gesprächsdaten ausgelegt sind. Nur so lässt sich verhindern, dass Gespräche abgehört oder die IP-Telefone als Einfallstor für Datenabgriffe genutzt werden können. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Sprachqualität den Ansprüchen dauerhaft genügt. Die Geräte müssen deshalb stets HD-Qualität bieten.

Das wohl wichtigste Kriterium für die Zukunftssicherheit eines IP-Telefons ist jedoch, ob es gleichermaßen an hardware- wie softwarebasierten Anlagen betrieben werden kann, also als Systemtelefon wie auch als Standard-SIP-Telefon in Frage kommt. Soll maximaler Investitionsschutz gewährleistet sein, muss der Nutzer zum Beispiel die Möglichkeit haben, seine Hybridanlage nach einigen Jahren gegen eine Soft PBX einzutauschen, ohne deshalb auch in neue Endgeräte investieren zu müssen. Setzt er umgekehrt zunächst auf Soft PBX und will die VoIP-Migration dann doch lieber via Hybridanlage realisieren, dürfen die Endgeräte ebenfalls kein Hindernis sein. Ist die Option zum Plattformwechsel nicht gegeben, drohen im Zweifelsfall hohe finanzielle Verluste – summieren sich doch beispielsweise die Anschaffungskosten für rund 100 businesstaugliche IP-Telefone auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Von den derzeit auf dem Markt verfügbaren IP-Telefonen werden die beschriebenen Anforderungen nur selten vollumfänglich erfüllt. Vor allem die Option, das Endgerät wahlweise als System- oder Standard-SIP-Telefon zu betreiben, ist noch immer die Ausnahme. Unter den führenden ITK-Herstellern finden Reseller aber gleichwohl Partner, die zukunftsfeste Lösungen im Portfolio haben, und das keineswegs nur im Premium-Segment. Ein weiterer wichtiger Punkt, auf den es zu achten gilt, ist die permanente technische Aktualität, die durch kostenlose Software-Updates gewährleistet wird. Häufig sind bei diesen Software-Updates auch neue Funktionalitäten eingeschlossen. Die Verschlüsselung der Verbindungs- und Gesprächsdaten via SIPS (Session Initiation Protocol Secure) bzw. SRTP (Secure Real-Time Transport Protocol) sollte ebenso Standard sein, wie die sichere Anbindung außenliegender Nebenstellen (z.B. Home Office) über integrierten VPN-Client.

Fachhändler, die den Übergang ins VoIP-Zeitalter für attraktives Neugeschäft nutzen wollen, können ihren Kunden also durchaus Lösungen bieten, die in puncto Migration und Investitionsschutz alle Anforderungen erfüllen. Auf die neuen Umsatzchancen müssen dabei übrigens auch Reseller nicht verzichten, die mit der IP-Technologie noch nicht umfassend vertraut sind.

SIP Account

Die Lösung: SIP-Gate Account

Vor etwa 2 Jahren habe ich in einem Reisebüro eine neue Telefonanlage installiert. In dem Reisebüro gibt es 2 Büroarbeitsplätze und einen weiteren Arbeitsplatz im Back-Office. Alle Arbeitsplätze wurden wegen der vorhandenen Verkabelung mit UP0- Systemtelefonen ausgestattet. 

Vor einiger Zeit kamen die beiden Inhaberinnen auf mich zu. Sie hatten einen Wunsch, den sie gerne umgesetzt haben wollten. Die Anforderung schien Anfangs einfach, stellte sich dann jedoch als schwierig heraus. Da das Reisebüro einen ISDN- Anlagenanschluss mit einem NTBA hat, können nur 2 Gespräche gleichzeitig geführt werden. Die mögliche Anzahl der Gespräche ist auch ausreichend, allerdings wurde die Tatsache, dass weitere Anrufer auf ein besetzt laufen, als nicht geschäftsfördernd angesehen. Ich habe die Inhaberin gebeten sich nach einer Erweiterung des Anlagenanschlusses um einen weiteren NTBA zu erkundigen. Als sie die Antwort der Telekom hörte, sagte sie dass die Kosten in Höhe von etwa 50 EUR im Monat für den Zweck, den sie erreichen möchte, deutlich zu hoch sind und bat mich zu prüfen, ob es eine andere Lösung geben könnte. Nach einiger Überlegung kam ich zur Lösung: Da ich mich seinerzeit für eine VoIP- fähige Anlage, konkret COMpact 5020 VoIP, entschieden habe, habe ich hier nur ein zusätzliches Modul für weitere VoIP- Sprachkanäle gesteckt, einen kostenlosen SIP-Gate VoIP Account beantragt und in der Telefonanlage eine Rufumleitung bei besetzt auf die Nummer des VoIP- Accounts gesetzt. Bei Anrufen dieser Rufnummer landet der Anrufer auf eine individuelle Nachricht und an den Telefonen wird dieser Anruf trotzdem signalisiert. Die Inhaber sind mit dieser Lösung glücklich, ich konnte es dank VoIP kostengünstig so umsetzen wie es gewünscht war.