All-IP

Umstellung auf All-IP – Denkmuster aufbrechen

[Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich um einen Gastbeitrag von E&W.]

Mit der Umstellung auf All-IP-Netzwerke werden auch die Regeln für die Festnetzkommunikation neu geschrieben. Sven Robert Selander, Inhaber von Selander Kommunikationstechnik und Auerswald Premium Partner, sieht diese Veränderung allerdings als Chance für den Handel. Doch müsse man den Kunden die Vorteile der All-IP-Welt auch entsprechend schmackhaft machen. 

Der Zug fährt in Richtung All-IP, und er nimmt Fahrt auf. Das zwingt alle Marktteilnehmer zum Umdenken, davon ist Selander überzeugt. „Der Umstieg in der Telekommunikation All-IP bricht althergebrachte Denkmuster auf. Die klassische Telefonie war klar durch die vorhandenen Ressourcen, die Anzahl der Anschlüsse und die Verkabelung festgelegt. Und genau das wird jetzt aufgelöst. Mit AII-IP wird alles flexibler, man kann z.B. einfach zusätzliche Ressourcen freischalten. Man benötigt nur einen entsprechenden Breitbandanschluss, der Rest ist in erster Linie Software“, so Selander. „Das ist natürlich eine große Umstellung. Wer z.B. als Elektriker in der Vergangenheit nebenher auch Nebenstellenanlagen verkauft hat, hat jetzt eine gewisse Herausforderung, weil man nun bei den Anlagen mehr programmieren muss. Das ist mit Systemen wie von Auerswald nicht so schwierig, aber man muss sich mit der Materie beschäftigen, und man muss ständig dran bleiben. Andererseits hat man damit im Handel auch neue Möglichkeiten, die man dem Kunden anbieten kann.“

Technologie im Haus

Ein Weg, der bei Selander Kommunikation schon erfolgreich beschritten wird. Das Unternehmen aus Brunn am Gebirge hat sich auf Bürokommunikation spezialisiert und ist in Sachen All-IP-Kommunikation sein eigener Showcase. So nutzen die Niederösterreicher die Möglichkeiten von All-IP, wie die Verknüpfung verteilter Standorte in einem Virtual Private Network. Der Trend zu All-IP bedeutet für Selander aber auch, dass der Markt für Fixline-Kommunikation bestehen bleibt. „Das beweisen uns unsere Kunden täglich. Wenn ein Betrieb ein paar Mitarbeiter hat, benötigt er in der Regel auch eine Nebenstellenanlage“, so der Niederösterreicher. „Viele Kunden bevorzugen dabei auch das eigene System im Haus gegenüber einer virtuellen Nebenstellenanlage, weil sie damit die Technik in der Hand haben und vertraglich nicht an einen Anbieter gebunden sind.

Mit der Umstellung auf All-IP verändern sich nach der Erfahrung von Selander allerdings auch die Verdienstmöglichkeiten. Denn nicht nur die Anlagen werden flexibler, die Kunden erwarten sich auch mehr Flexibilität vom Handel. „Die Kunden wollen weiterhin professionelle Dienstleistungen. Die dürfen auch etwas kosten. Aber die teuren Wartungsverträge sind ein Ding der Vergangenheit. Deswegen muss der Handel in der Dienstleistung sein Geld verdienen. Dazu muss man allerdings auch das notwendige Know-how haben“, erklärt Selander.

Umstellung

Dabei sei die Österreichische Situation für den Handel noch etwas entspannter als in Deutschland. Dort zwingt die Deutsche Telekom bekanntlich ihre Kunden mit der angekündigten ISDN-Abschaltung im Jahr 2018 zur Umstellung und wirft damit Für Unternehmen, Handel und Endkunden viele drängende Fragen auf. Doch Selander geht davon aus, dass All-IP mittelfristig ISDN auch in Österreich überflügeln wird. Und damit stehen auch die österreichischen Kunden vor der Wahl, wie sie in Zukunft ihre Telekommunikationsbedürfnisse abdecken wollen. Klar ist, dass irgendwann die bestehenden Telefon-Systeme abgelöst werden müssen und der Einsatz von Convertern auf die Dauer nicht sinnvoll ist. In dieser Situation biete sich der Umstieg auf ein All-IP-System als zukunftssichere Lösung geradezu an – vorausgesetzt, die Anlage ist entsprechend zertifiziert.

Hausaufgaben

Auerswald sei nach Einschätzung von Selander aber nicht nur in dieser Hinsicht eine sichere Bank: „Hier hat Auerswald schon vor Jahren seine Hausaufgaben erledigt. Alle bestehenden Anlagen sind deswegen bereits für All-IP-Umgebungen ausgelegt und bei vielen Betreibern zertifiziert. Das ist z.B. für Bestandskunden ein großer Vorteil, weil diese dann leicht auf All-IP umschalten können, und das, ohne zusätzliche Hardware für die Anlage zu benötigen.“

Aber Auerswald sorge nicht nur bei Bestandskunden für eine problemlose Kundenbeziehung. Auch im Geschäft mit Neukunden sei diese Beständigkeit wichtig: „Die Beständigkeit ist aber auch ein wichtiges Argument, wenn es um einen neuen Abschluss geht. Denn die Kinderkrankheiten sind schon ausgemerzt und die Kunden wissen, dass sie mit einer Auerswald Anlage auch für die Zukunft gerüstet sind.“

Nicht ausgeschöpft

Egal für welches System man sich als Händler aber letztlich entscheide, ein Problem bleibt nach Ansicht von Selander bestehen: Das Potenzial, das All-IP gegenüber bisherigen Telekom-Lösungen bietet, wird nicht ausgeschöpft. Vielmehr bleibt All-IP gegenüber dem Endkunden viel zu oft ein leeres Schlagwort. „Noch werden die Vorteile von All-IP-Lösungen in der Telekommunikation nicht dem Endkunden verkauft. Dabei sind die Vorteile von All-IP-Anlagen nicht von der Hand zu weisen – beginnend bei der zentralen Verwaltung der Ressourcen über die Verknüpfung mehrerer Standorte bis hin zur größeren Flexibilität der Anlagen oder den geringeren Kosten, weil es nur eine Infrastruktur gibt“, so der Telekom-Spezialist.

Ein besonders wichtiges Argument sei seiner Ansicht nach die Flexibilität, die sich mit All-IP-Lösungen wie von selbst ergeben. Denn mit dem entsprechenden Breitbandanschluss als Basis könnte man zusätzliche VOIP-Kanäle nach Bedarf freischalten. Damit könne das System auch mit dem Unternehmen dynamisch mitwachsen, was z.B. für ein Start-up oder KMU eine sehr attraktive Option sei. Diese Argumente seien umso wichtiger, als noch immer viele Kunden gegenüber IT-basierten Systemen äußerst misstrauisch sind. „Sie fürchten, dass ihr Unternehmen durch ein Update oder Serverproblem nicht mehr erreichbar ist“, so Selander. „Dabei ist ISDN für viele Unternehmen heute zu unflexibel. Da braucht es oft einen höheren Aufwand und mehr Leitungen, um dieselbe Leistung zu erzielen.“

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