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Was muss bei der Umstellung von ISDN auf All-IP beachtet werden?

Die Umstellung von ISDN auf All-IP rückt näher? Doch du hast keine Ahnung auf was du alles achten musst? Kein Problem, ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht!

Die wichtigsten Punkte rund um die Migration von ISDN auf All-IP im Überblick 

Die Bandbreite der Internetverbindung muss auf den Prüfstand gestellt werden. Neben der obligatorischen Internetnutzung und dem hohen E-Mail-Verkehr muss die zur Verfügung stehende Download- und Upload-Performance für die Anzahl der parallel möglichen Telefongespräche in Betracht gezogen werden.
Eine Beispielrechnung: Bei einem 16.000 (A)DSL-Anschluss beträgt der Download bis zu 16.000 Kbit/s, der Upload jedoch nur bis zu 1.000 Kbit/s. Die Anzahl der gleichzeitig möglichen Gespräche richtet sich nach dem kleinsten Wert, hier die 1.000 Kbit/s. Mit dem Codec G.711 (100 Kbit/s) sind so maximal 10 parallele Gespräche möglich. Hierbei bitte beachten, auch das Versenden von E-Mails benötigt Bandbreite und minimiert die Anzahl der gleichzeitig möglichen Gespräche.

Neben ausreichender Bandbreite wird auch ein zum Internetanschluss kompatibler All-IP-Router benötigt, den der Provider in der Regel gleich mit anbietet. Sollte man sich aus funktionalen oder technischen Gründen für einen alternativen Hersteller entscheiden, so ist zuvor zu prüfen, ob dieser für den Provider bzw. die Anschlusstechnologie (z. B. ADSL, SDSL oder EuroDOCSIS) zertifiziert ist. Je nach Provider muss der Router in der Lage sein, eine zweite für den Kunden „unsichtbare“ PPPoE-Verbindung aufzubauen, die dann ausschließlich für die Telefonie verwendet wird. In Verbindung mit den Netzkomponenten des Providers stellt der Router somit die Priorisierung des Sprachdienstes über IP sicher.

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Szenarien unterscheiden, wie VoIP über das lokale Netzwerk (LAN) transportiert werden soll. Je nach Datenaufkommen im LAN können sich Computer und IP-Telefone ein Netzwerk teilen. Ist mit größerem Datenaufkommen zu rechnen, dann ist der Aufbau mehrerer logischer Netzwerke mittels virtueller LANs (VLAN) vorzuziehen. Um VLANs nutzen zu können, müssen VLAN-fähige Netzwerkswitche verwendet werden, die die Aufteilung der Daten- und Telefondienste in getrennte logische Netzwerke (VLANs) ermöglichen.
Weiterhin ist die Stromversorgung der IP-Telefone zu berücksichtigen. Ideal ist die Speisung der IP-Telefone über das Netzwerkkabel (Power over Ethernet, PoE). Das bietet gleich mehrere Vorteile:

  • Nur ein Anschlusskabel zum Telefone auf dem Schreibtisch.
  • Geringerer Stromverbrauch im Vergleich zu separaten Netzteilen pro Telefon.
  • Bei einer Notstromversorgung müssen nur die PoE-Switche und nicht jedes Telefon einzeln berücksichtigt werden.

Bei einer reinen VoIP-Infrastruktur müssen weiterhin Telekommunikationsgeräte wie z. B. Fax oder Meldeeinrichtungen Berücksichtigung finden. Die werden in der Regel über traditionelle Analog- oder ISDN-Ports betrieben. Hierfür muss man entsprechende Gateways (VoIP auf analog) einplanen. 

Wichtig: Einbruch- und Brandmeldezentralen (EMZ/BMZ) können nicht ohne Weiteres von einem traditionellen Anschluss auf All-IP adaptiert werden. Kaum ein All-IP-Anbieter gewährleistet den Betrieb solcher Systeme über ihr All-IP-Netz. Hier müssen die EMZ/BMZ auf digitale Signalisierung oder GSM umgerüstet werden.

Auch wenn die Telefonie künftig über die IP-Datennetze abgewickelt wird, so besteht doch der Anspruch, dass dieser Dienst eine höhere Verfügbarkeit haben soll, als wir es u. U. vom normalen IP-Datennetz gewohnt sind. Daher bietet sich eine unterbrechungsfreie Stromversorgung an. Damit die Investition solch einer Lösung sich aber in einem „normalen“ Rahmen bewegt, muss dies schon beim Planen der Netzwerkinfrastruktur berücksichtigt werden. Speist man die IP-Telefone zentral über Netzwerkswitchen mittels PoE, so muss man nur die Kernkomponenten IP-Telefonanlage und PoE-Switche mit einer Notstromversorgung ausstatten, um bei einem Stromausfall den Telefoniedienst aufrecht erhalten zu können.

DSL 2000 Anschluss Telekom

DSL 2000 Anschluss der Telekom

Ich habe neue Erkenntnisse bei der Umstellung, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass alle Telekom Kunden mit (mindestens) einen DSL 2000 Anschluss und verfügbares LTE bei der Umstellung auf Voice over IP einen Telekom Speedport Hybrid Router bekamen. Soweit so gut. Mein letzter Kunde jedoch hatte zwar auch einen DSL 2000 Anschluss aber es war in seiner Region kein LTE verfügbar. Die Telekom stellte ihn trotzdem auf IP um. Wie erwartet, konnte nach der Umstellung der DSL-Anschluss nicht mehr mit dem Profil „DSL 2000 RAM“ betrieben werden. Der Kunde bekam einen „symmetrischen DSL 384“ und alles lief reibungslos. 

 

Kündigungstarif Telekom

Der Telekom „Kündigungstarif“

Wenn einem Kunden die Kündigung des Telefon-/DSL-Anschlusses der Telekom vorliegt, wird er am Tag der Kündigung in einen neuen Tarif umgestellt. Ich nenne ihn mal „Kündigungstarif“. Mit diesem Tarif kann der Kunde noch angerufen werden, ein abgehendes Gespräch ist aber nicht mehr möglich. Sowas muss man aber erst einmal wissen!

Mein Kunde sprach von einer Störung. Ich habe natürlich bei der Störungsstelle angerufen, bei der Überprüfung wurde kein Fehler festgestellt. Der Anschluss funktioniert technisch gesehen ja auch. Die Telekom macht das nur aus einem Grund: so werden die Rufnummern nicht direkt an den Regulierer zurückgegeben und der Kunde hat damit noch die Chance bei einer Neubeantragung des Telefonanschlusses seine alte Rufnummer wieder zu bekommen. Erst nach einigen Wochen wird der Anschluss dann komplett deaktiviert. Also falls Euch ein Kunde auch mal sagt, dass er nicht abgehend telefonieren und die Störungsstelle nichts feststellen kann, es kann am Kündigungstarif liegen 🙂

Routerfreiheit

Was ist bei der freien Routerwahl wichtig?

Seit dem 1. August 2016 können wir selbst entscheiden, welchen Router wir nutzen wollen! Routerzwang Adé! Der Anbieter ist jetzt verpflichtet, die Zugangsdaten zur Verfügung zu stellen und damit steht der Verwendung von providerfremden Geräten nichts mehr im Weg. 

Routerfreiheit – die Vorteile

Durch die Routerfreiheit ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, vor allem für Kunden aus dem geschäftlichen Bereich: 

  • keine vorgeschriebenen Gateways mehr
  • freie Zugangsdaten
  • keine Gerätemietkosten
  • keine Neuinstallation beim Providerwechsel
  • keine neue Netzwerkkonfiguration
  • in der Regel kostenlose Funktionserweiterungen und Sicherheitsupdates vom Routerhersteller

Hinsichtlich Sicherheit und individueller Konfiguration können wir von der Routerfreiheit nur profitieren. Jedoch Obacht bei der Wahl des Routers. Die zahlreichen Geräte am Markt unterscheiden sich hinsichtlich Leistung, Funktionsumfang und Sicherheit. Überlegt Euch genau, welche Merkmale für Euch wichtig sind. Sobald Ihr Euch für einen Router entschieden habt, braucht Ihr nur noch die Zugangsdaten von Eurem Provider. Wenn Ihr bereits seit Jahren Kunde bei einem Anbieter seit, müsst Ihr die Zugangsdaten anfragen. Seit dem 1. August 2016 sind Provider dazu verpflichtet, die Zugangsdaten auf Anfrage herauszugeben. Bei neuen Verträgen müssen die Daten unaufgefordert und kostenfrei in Textform mitgesendet werden. Router vorhanden, Zugangsdaten vorhanden? – Dann kannst du mit der Einrichtung starten. Wenn du jetzt wie ich eine Auerswald Anlage hast, dann geht die Einrichtung fix. Auerswald bietet über 50 Provider-Templates, also Anbieterkonfigurationen als fertige Profile an.